16.03.2013: Bericht zur Fanvertreterversammlung 2013

Am 16. März 2013 von 12:00 ? 16:45
in der Aula der Pestalozzischule, Frankfurt-Riederwald
I. Teil: Fanclubinterne Sitzung
1.1 Anwesenheit, Begrüßung und Saisonrückblick.
1.2 Veränderungen im Bezug der Dauerkarten
1.3 Gründung eines Fanclub-Dachverbandes
II. Teil: Sitzung mit Beteiligung von Vertretern der EFAG
2.1 Begrüßung durch den Vorstand der EFAG, Sicherheitsproblematik, Umgang zwischen AG und EFCs, Fanszene.
2.2 Neues Preismodell und Umsetzung.
2.3 Diskussionsrunde
2.4 Weitere Entwicklungen und Fazit.
III. Teil: Fanclubinterne Sitzung
I. Teil: Fanclubinterne Sitzung
1.1Anwesenheit, Begrüßung und Saisonrückblick.
Für das FSG: Ina, Micha und Niko
Protokoll: Roger
Begrüßt wurden Vertreter von 119 EFCs, insgesamt sind es nach der letzten Erhebung weit über 500.
Saisonrückblick:
Neben dem guten sportlichen Verlauf war die Saison bisher von einer Sicherheitsdebatte und der Diskussion um Pyrotechnik geprägt.
Die Saison begann mit einem Teilausschluss aufgrund von Verfehlungen aus der letzten Saison. Das FSG lehnt Kollektivstrafen ab.
Während der Saison wurde eine Unfrage unter den Fanclubs bezüglich deren Einstellung zu Pyrotechnik durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass das Werfen von Fackeln in den Innenraum und das Zünden von Böllern und Leuchtspurraketen deutlich abgelehnt wird. Detaillierte Ergebnisse werden noch veröffentlicht. Eine Pyrodebatte wurde für die heutige FVV vertagt.
In der Diskussion um das DFL-Papier ?Sicheres Stadionerlebnis? hat das FSG deutlich seine Ablehnung gegenüber der EFAG deutlich gemacht, Argumente des Fanbeirats flossen in die Formulierung der Stellungnahme von Eintracht Frankfurt ein.
Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Eintracht Frankfurt e.V. wurde die Einführung einer Fördermitgliedschaft beschlossen. Das FSG interpretierte diese Einführung als Angriff auf den Status der EFCs, was sich als richtig herausstellte, und informierte die Vereinsmitglieder unter den EFClern über diese Befürchtungen.
1.2Veränderungen beim Bezug der Dauerkarten
Mit der Einführung der Fördermitgliedschaft werden Vereinsmitglieder gegen über den anderen Fangruppierungen bevorzugt. Dies gilt auch für die Preisgestaltung bei den Dauerkarten. Zum Stand der FVV sollten die Ermäßigungen für Fanclubs komplett wegfallen. Daneben sollen die Dauerkarten künftig personalisiert sein.
Konkret wurden die Planungen Anfang Januar von der EFAG bestätigt. Das FSG ist in seitdem in Gesprächen, um die Ermäßigung der EFC-Dauerkarten weiter zu behalten, diese Gespräche waren aber bis zu diesem Datum erfolglos.
In den EFCs ist man erbost, dass die Vergünstigung einfach so kassiert wird. Dies wird der Bedeutung der EFC als Kern der Fanszene und deren sozialen Funktion nicht gerecht und ist keine Würdigung der Treue der Fans.
Die EFC-Banner, die in der Aula aufgehängt waren, wurden mit Transparenten mit den Aufschriften ?Abserviert? und ?Unerwünscht? versehen.
Es existiert keine schriftliche Vereinbarung mit den EFCs über die Gewährung von Dauerkarten, da die EFCs als Gruppe bzw. das FSG keine eingetragene Rechtsform besitzen. Die Ermäßigung war über Jahrzehnte von Eintracht Frankfurt den EFCs gewährt worden und wird ihnen nun entzogen.
Die Bevorzugung der Mitglieder und die Schaffung eines niederschwelligen Angebotes mit der Fördermitgliedschaft wird als Versuch des Vereins gedeutet, die Mitgliederzahlen schnell zu erhöhen, da der Verein auf eine breitere finanzielle Basis gestellt werden muss. Grundsätzlich haben die EFCs, von deren Mitgliedern bereits viele Vereinsmitglied sind, damit kein Problem, dies darf aber nicht zu Lasten der Fanclubs gehen ! Es liegt am Verein, die Mitgliedschaft so attraktiv zu gestalten, dass Mitglieder geworben werden, ohne andere Fangruppierungen dadurch zu diskriminieren. Eine quasi Zwangsmitgliedschaft für EFCler ist abzulehnen
Ein weiterer neuer Aspekt, über den das FSG informierte, ist die zukünftige Personalisierung der Dauerkarten: Dadurch, dass die ermäßigten Dauerkarten für Vereinsmitglieder personalisiert werden und zusätzlich ein ?Pyro-Paragraph? in der Vereinssatzung verankert wird, verspricht man sich bei Eintracht Frankfurt direkten disziplinarischen Durchgriff auf Störer, d.h. diese Personen können innerhalb des Vereins bestraft werden und müssen deshalb nicht gleich mit DFB-Strafen belegt werden.
1.3Gründung eines Fanclub-Dachverbandes
Da es sich herausstellt, dass das informelle Vertrauensverhältnis von EFAG zu den EFCs nicht mehr gegeben ist, wird nun die Gründung eines Dachverbandes in Angriff genommen. Dies ist formaljuristisch notwendig, um schriftliche, verbindliche Vereinbarungen mit der EFAG zu treffen und zu fixieren. Der Status der offiziellen Fanclubs als unabhängige Vereinigungen soll hierdurch ebenfalls unterstrichen werden.
Das FSG stellte drei Möglichkeiten der Ausgestaltung vor, favorisiert wird eine Gründung nach Vorbild des Schalker Modells des Fanclub-Dachverbandes.
1. Option: Dachverband mit Einzelmitgliedern;
2. Option jeder EFC wird ein e.V.
3. Option Fanclubdachverband nach dem Schalker Modell, d.h. die Fanclubs werden Mitglied in diesem Dachverband ohne dabei eine Rechtsform annehmen zu müssen.
Mit mehrheitlicher Zustimmung ohne Gegeneinwand wurde die Idee befürwortet, einen Dachverband zu gründen, zu einer FVV im August soll das FSG ein umsetzbares Konzept erarbeiten.
FSG e.V. steht für:
?Weiterhin Wertschätzung erfahren ? Unabhängigkeit behalten?
II. Teil: Sitzung mit Beteiligung von Vertretern der EFAG
Zum zweiten Teil der Versammlung stießen folgende Vertreter der Eintracht Frankfurt Fußball AG hinzu.
Axel Hellmann (Vorstand)
Philipp Reschke (Leiter Rechtsabteilung)
Christoph von Reisenauer (Leiter Zuschauerservice)
Marc Francis, Clemens Schäfer,Andi Roth (Fanbetreuung)
2.1 Begrüßung durch den Vorstand der EFAG, Sicherheitsproblematik, Umgang zwischen AG und EFCs, Fanszene.
In seiner Begrüßung führte A. Hellmann aus, dass Eintracht Frankfurt - ähnlich wie Dynamo Dresden - ein ?ungeliebtes Kind im deutschen Fußball? geworden ist. Kollektivstrafen zerstören die Fußball- und Fankultur. Deshalb soll eine Hinwendung zur täterorientierten Bestrafung geführt werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Personalisierung der Dauerkarten zu sehen: Der Dauerkarteninhaber soll durch ausdrücklich schriftliche Anerkennung der AGBs in die Pflicht genommen werden.
Zur Wirtschaftlichkeit: Die Wettbewerbsfähigkeit ist für Eintracht Frankfurt nur noch in der 1. Liga gegeben, ein Abstieg wäre der Super-GAU.
2.2 Neues Preismodell und Umsetzung.
Dauerkarten:
Herr von Reisenauer präsentierte die zum damaligen Zeitpunkt geplante Preisstruktur für die Dauerkarten in 13/14. Diese Preisstruktur sah eine gravierende Anhebung der Preise und den Wegfall der Ermäßigung für die EFCs vor. Es gab nun zwei Ermäßigungskategorien: Die günstigste für die Vereinsmitglieder, eine mit geringfügige Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Rentner und Behinderte.
Herr Reschke führte zu den rechtlichen Hintergründen und der Vorgehensweise folgendes aus:
Service-Hotline: Sämtliche Fragen bezüglich der Erneuerung können per Email unter
info@eintrachtfrankfurt.de oder telefonisch unter 06103/4590-304 gestellt und besprochen werden.
Sanktionen bei Fehlverhalten:
Bisher gab es als Sanktionen durch die EFAG nur folgende Möglichkeiten
Für Vereinsmitglieder soll es nun auch die Möglichkeiten einer Art vereinsinternen Gerichtsbarkeit geben, die dort die Verhängung von Strafen beispielsweise in Form von Arbeiten auf dem Vereinsgelände ermöglicht. In diesem Rahmen ist auch die Aufnahme des ?Pyroparagraphen? in die Vereinssatzung und die Einführung der Fördermitgliedschaft zu sehen.
2.3 Diskussionsrunde
Besonders sauer stieß den Fanclubs der Wegfall der EFC-Ermäßigungen auf. Nicht nur dass sie wegfallen soll, sondern auch wie das kommuniziert wurde, führte zu entrüsteten Wortmeldungen: Fanklubkultur wird mit den Füßen getreten, die letzte Form von Wertschätzung, die Ermäßigung wird eiskalt und im Hau-Ruck-Verfahren entzogen.
Daraufhin sagte A. Hellmann zu, eine Ermäßigung im Rahmen der Preisstufe für Schüler/Studenten zu prüfen. (Mittlerweile wurde diese Ermäßigung wieder gewährt und das Preisschema erneut überarbeitet).
Die Fanclubs wären selbstverständlich wichtig für Eintracht Frankfurt, betonte A. Hellmann, sie würden keinesfalls abserviert, man überlegt sich neue Modelle. Andere Vereine würden ihre Fanclubs ganz anders behandeln.
Zu der angemahnten Sozialverträglichkeit der Preise bemerkte A. Hellmann, dass der Erhalt der Stehplätze der erste Weg dazu ist. Dies wird auf Dauer allerdings nur möglich sein, wenn nicht aufgrund von Pyro- und Gewaltvorfällen die Sicherheitsdiskussion weitergeführt wird. Günstige Preise kann man nur für den Stehplatzbereich anbieten, ansonsten ist Eintracht Frankfurt darauf angewiesen, Geld einzunehmen. Für 2014/2015 ist zunächst keine weitere Preiserhöhung vorgesehen.
Zur Sicherheitsproblematik: Es ist Ziel, möglichst viele Personen in den Verein zu bringen, auch damit man dem DFB und der DFL zeigen kann, dass man Fehlverhalten intern anders bestrafen kann. Dieses Sanktionssystem soll bundesweit Modellcharakter haben.
In der Aufarbeitung der Pyro-Vorfälle von Leverkusen wurden laut A. Hellmann 15 Täter ermittelt, zwei meldeten sich freiwillig. Die Täter werden von Eintracht Frankfurt haftbar gemacht. Wenn die vom DFB verhängte Strafe ein Geisterspiel sein sollte, kann der Schaden ? 2 Mio. betragen. Die EF AG behält sich zukünftig vor, ermittelte Täter / Verursacher in Haftung zu nehmen und die entstandenen Kosten gerichtlich einzufordern
2.4 Weitere Entwicklungen und Fazit
Die Fanvertreterversammlung war dahingehend erfolgreich, dass die Eintracht Frankfurt Fußball AG sich die Argumente der EFCs zu Herzen genommen und das Preisschema der Dauerkarten in den Tagen darauf neu überarbeitet hat.
EFC-Mitglieder erhalten nun wieder eine Ermäßigung ! EFC-Dauerkarten werden nun preislich in die Kategorie der Ermäßigung für Schüler, Studenten und andere eingeordnet.
Durch das geschlossen Auftreten der Fanclubs konnte deren Bedeutung für die Fanszene von Eintracht Frankfurt deutlich demonstriert werden.
Die Gründung eines Fanclub-Dachverbandes wird nun vorangetrieben, um auch eine geeignete Rechtsform für die Interessenvertretung der Fanclubs vorweisen zu können.
Frankfurt im Mai 2013
Fansprechergremium